Pütter KI

Wie fange ich mit KI im Autohaus überhaupt an?

KI im Autohaus beginnt nicht mit einem Werkzeug. Marc Pütter von Pütter KI fängt mit einem Standard an: wie Texte klingen, wie die KI antwortet, wie Dokumente aussehen — einmal festgelegt, damit die KI das Haus nicht bei jeder Aufgabe neu kennenlernen muss. Erst danach kommen die Aufgaben, die sich wiederholen. Liegen Abläufe nicht digital vor, kommt erst die Digitalisierung.

Was ich dabei gesehen habe

Ich saß mit einer Führungskraft vor einem vollen Postfach — ein paar Tage Abwesenheit, deutlich mehr als vierzig Mails. Die KI hatte schon vorgearbeitet, bevor wir anfingen: Werbung und alles, was keine Antwort braucht, aussortiert und in einem Briefing zusammengefasst.

Übrig blieben rund vierzig, bei denen wirklich ein Mensch ranmuss. Dazu lagen Antwortentwürfe bereit, formuliert nach den Richtlinien des Hauses.

In Mails stecken Kundendaten. Auch dieser Helfer läuft deshalb in der Umgebung mit Anbietervertrag, nicht im offenen Chat. Wer so einen Helfer will, klärt das vorher mit seiner Datenschutzbetreuung.

Gefühlt war das Postfach in der halben Zeit leer. Gemessen habe ich das nicht. Der Unterschied war nicht das Tempo, sondern der Einstieg. Kein „Ach herrje, wo fange ich an?“, sondern Struktur.

Die Vorarbeit dahinter ist unspektakulär: Richtlinien, wie Mails im Haus formuliert werden. Ohne die schreibt die KI an den Leuten vorbei. Genau das meine ich mit „erst der Standard“.

Die Reihenfolge

1. Erst der Standard. Bevor etwas automatisiert wird, legt das Haus fest, wie seine Texte klingen sollen, wie die KI antwortet und wie Dokumente aussehen — eine Art „Textwerkstatt“. Ein Standard, den jeder im Haus kennt. Sonst entstehen KI-Texte von der Stange, und die KI muss das Haus und die Leute bei jeder Aufgabe neu kennenlernen.

2. Bei „Wartungsstau“: erst die Prozesse. Manche Häuser haben einen Wartungsstau bei der Digitalisierung — der Ablauf, um den es geht, liegt noch gar nicht digital vor. Dort werden erst die Prozesse digitalisiert, dann kommt KI. Auch dabei helfe ich. Und ich sage es vorher, wenn es für KI in einem Haus noch zu früh ist.

3. Dann die Aufgaben — als Gattung. Was sich jede Woche wiederholt: Texte, die ein Verkäufer ständig neu schreibt — Terminbestätigung, Standtext, freundliche Absage. Welche davon in Ihrem Haus zuerst dran ist, steht auf keiner Liste. Das entsteht aus Gesprächen mit den Leuten, die die Arbeit machen.

Und warum nicht mit Automationen? Mit Automationen fange ich in keinem Betrieb an. Eine Automation muss bedient werden, gepflegt und überwacht — und wenn sie streikt, steht der Prozess. Sie macht den Betrieb abhängig von dem, der sie gebaut hat. Deshalb der kleinere Weg: ein KI-Helfer, der den Prozess kennt und den der Mitarbeiter selbst anspricht, im Chatfenster, wenn er ihn braucht. Was dann passiert, habe ich selbst gesehen: Sobald die Leute merken, was ihnen das bringt, überlegen sie von allein, wie der Helfer noch besser werden kann. Stumpfe Eingänge ohne Entscheidung: gern automatisch — nur nicht als Erstes.

Was Sie heute tun können

  1. Auf einer Seite aufschreiben, wie ein Text aus Ihrem Haus klingen soll: Anrede, Ton, Länge, was nie drinsteht. Das ist der Standard — er kostet kein Werkzeug.
  2. Vier Wochen mitschreiben, welche Aufgabe sich wirklich wiederholt und wie lange sie dauert. Sie merken dabei, wo Sie bisher nur geschätzt haben.
  3. Prüfen, ob der Ablauf dafür digital vorliegt. Wenn nicht, ist das der erste Schritt — vor jeder KI.

· Vom Auszubildenden zum Standortleiter — mehr als 15 Jahre Autohaus, dann KI.

Stand: .

Wenn Sie an der Stelle nicht weiterkommen: zwanzig Minuten, einmal gemeinsam draufschauen, wie Sie anfangen, ohne Verpflichtung.

Erstgespräch vereinbaren