Pütter KI

Welche Autohaus-Daten gehören in einen KI-Assistenten — und welche nicht?

Orientierungshilfe nach heutigem Stand. Ersetzt keine Rechtsberatung.

In einen KI-Assistenten gehört zuerst nur, was keinen Personenbezug hat: fiktive Kundensituationen, allgemeine Prozessfragen. Interne Abläufe und Herstellerinformationen nur mit Anonymisierung und geklärtem Anbietervertrag. Echte Kundennamen, Telefonnummern, Kaufverträge, FIN und Kennzeichen: aktuell No-Go. So ordnet Marc Pütter von Pütter KI Autohaus-Daten ein — ein Startpunkt, keine rechtliche Freigabe. Faustregel: nur so in die KI, als würden Sie es auf LinkedIn posten.

Was ich in einem Autohaus gesehen habe

„Bei uns nutzt das noch keiner.“ Den Satz habe ich in einem Autohaus gehört. Beim Gang durch den Betrieb kam ich kurz darauf an einem Verkäufer-Arbeitsplatz vorbei. Auf dem Bildschirm war ChatGPT geöffnet.

Kein Vorwurf an den Verkäufer. Er lässt sich die schwierige Kundenmail formulieren, weil zwischen zwei Terminen keine halbe Stunde dafür übrig ist. Er löst ein Problem, das ihm sonst niemand löst.

Nur: Wer eine schwierige Kundenmail formulieren lässt, kopiert selten nur die Hälfte des Vorgangs hinein. Name, Fahrzeug, Konditionen, das, was der Kunde geschrieben hat. Das geht dann eben mit rein.

Der Mitarbeiter tippt. Verantwortlich ist das Haus.

Ein Verbot löst das nicht. Dann läuft es auf dem privaten Handy weiter, nur unsichtbar. Was hilft, kostet erst einmal nichts: ein paar klare Regeln, die jeder im Haus in zwei Minuten versteht.

Wer heute im Autohaus sitzt, kann sofort anfangen: technische Fragen zum Fahrzeug stellen. Was der KI fehlt, bringt der Mensch mit: das Gespür, wenn etwas nicht passt. Geht es um einen echten Kundenvorgang, dann vorher anonymisieren oder gar nicht eingeben.

Die dreistufige Ampel

Die Einordnung sortiert Gattungen von Inhalten, nicht den Fall Ihres Hauses. Sie sagt, wo Sie anfangen.

Stufe 1 — sicherer Startpunkt

  • fiktive Kundensituationen
  • anonymisierte Beispiele
  • allgemeine Fahrzeugbeschreibungen
  • neutrale Textentwürfe
  • interne Übungsfälle ohne Personenbezug
  • allgemeine Prozessfragen
  • sichere Prompt-Übungen

Stufe 2 — nur mit Anonymisierung

  • interne Prozesse
  • Herstellerinformationen
  • Rabattlogiken
  • nicht öffentliche Arbeitsanweisungen
  • echte Fälle in stark verallgemeinerter Form
  • sensible Prozessdetails
  • interne Dokumente ohne Personenbezug

Bedingung: Personenbezug vorher entfernen; Anbieterprüfung und Vertrag zur Auftragsverarbeitung sind im Haus geklärt.

Stufe 3 — aktuell No-Go

  • echte Kundennamen
  • Telefonnummern
  • E-Mail-Adressen
  • Kaufverträge
  • Leasing- und Finanzierungsunterlagen
  • Ausweise und Führerscheine
  • FINs und Kennzeichen
  • Bankdaten
  • Margen und Provisionen
  • vertrauliche Hersteller- oder Autohausinformationen

Grün heißt sicherer Startpunkt ohne Personenbezug — keine rechtliche Freigabe.

Was das für Ihren Betrieb bedeutet, klären Sie bitte mit Ihrer Datenschutzbetreuung.

Ein Postfach ist kein Einstieg: In Mails stecken Kundendaten. Ein Helfer, der es vorsortiert und Antwortentwürfe vorbereitet, läuft deshalb in der Umgebung mit Anbietervertrag, nicht im offenen Chat, und erst, wenn das Haus das mit seiner Datenschutzbetreuung geklärt hat.

Meine Faustregel für den Einstieg: Geben Sie Daten nur so in die KI ein, als würden Sie sie auf LinkedIn posten. Das ersetzt keine Datenschutzprüfung. Aber es ist der Unterschied zwischen „wir wissen, was passiert“ und „wir hoffen, dass nichts passiert“.

Was Sie heute tun können

  1. Die Faustregel an jeden Arbeitsplatz bringen, an dem heute schon etwas eingegeben wird.
  2. Einmal im Team durchgehen, was heute in welche KI eingegeben wird. Ohne Vorwurf.
  3. Mit Ihrer Datenschutzbetreuung klären, wo das Werkzeug läuft: im offenen Chat oder in der Umgebung mit Anbietervertrag. Davon hängt ab, ob Stufe 2 überhaupt in Frage kommt.

· Vom Auszubildenden zum Standortleiter — mehr als 15 Jahre Autohaus, dann KI.

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